Startseite | Gästebuch | Impressum | Kontakt | Datenschutz

Du befindest Dich hier: Startseite --> Forscher & Entdecker

Forscher & Entdecker

Werbung


Barth, Heinrich

barth.jpg (38831 Byte) Barth wurde 1821 in Hamburg geboren. Nach einem Studium an der Universität Berlin unternahm er 1845 eine große Reise in die Mittelmeerländer, besuchte Marokko, Algerien, Tunesien und Libyen. An der ägyptischen Grenze wurde er durch die Kugel eines Wüstenräubers verletzt und seines Geldes beraubt. In Alexandria erholte er sich von diesen Strapazen und bereiste anschließend Palästina, Syrien, Zypern und Rhodos. 1848 erhielt er den Auftrag, an der Universität Berlin Vorlesungen über Afrikas Bodenbeschaffenheit zu halten.

Auf Empfehlung seines früheren Professors wurde Barth zur Teilnahme an einer Expedition von J. Richardson, einem Engländer, in den Sudan durch die englische Regierung verpflichtet. Ziel dieses Unternehmens war die Erkundung neuer Handelswege und die Bekämpfung des Sklavenhandels. Auf Vorschlag der Gesellschaft für Erdkunde in Berlin nahm der junge deutsche Geologe Overweg ebenfalls an der Reise teil.

1850 startete die Expedition in Tripolis und erreichte ohne Schwierigkeiten Mursuk im südwestlichen Libyen. Am 18. Juli zogen die drei Forscher in Ghat (Rhat) ein. Ihr nächstes Ziel war Agades, eine Stadt am Rande des noch unerforschten Airgebirges, in der sie ohne Zwischenfall eintrafen und von der muslimischen Bevölkerung freundlich aufgenommen wurden. Wenig später trennten sich die drei Reisenden. Der Grund: die beiden Deutschen warfen dem Engländer absichtliche Nachlässigkeit vor.

Richardson starb unweit von Kuka am Tschadsee, Barth und Overweg marschierten von Kuka nach Adamaua (Gebirgsland im zentralen Kamerun), gelangten in Yola an den Benue (Nebenfluß des Niger) und kehrten wieder nach Kuka zurück. In Europa galt Barth als verschollen. So sandte die englische Regierung den deutschen Afrikareisenden E.Vogel auf die Suche. Doch Barth traf in Kano ein, erreichte über Katsina und Sokota den Niger und hielt am 07. September 1853 als dritter Europäer Einzug in das legendäre Timbuktu Foto). Nach einem halbjährigen Aufenthalt (die Bevölkerung hielt ihn für den Sohn des ermordeten englischen Majors Laing) mußte er die Stadt verlassen. Über Kano kehrte er nach Kuka zurück, wo er E. Vogel traf. Aus gesundheitlichen Gründen war Barth gezwungen, sich wieder nach Tripolis zu begeben. Wenig später wird E. Vogel, noch ein Neuling unter den Afrikaforschern, im Sultanat von Wadai ermordet.

Barth große Reise hatte am 24. März 1850 begonnen und endete am 27. August 1855. Bei seiner Rückkehr nach Europa wurde er begeistert gefeiert. So meinte A. von Humboldt zu Barth: "Er hat eine neue Welt eröffnet". Von der englischen Regierung erhielt Barth mit einigen Jahren Verspätung den Bath-Orden. Die erhoffte Professur blieb jedoch aus. Seine Ernennung zum deutschen Konsul in Damaskus wurde von der Regierung abgelehnt. Bei der Wahl in die Königliche Akademie der Wissenschaften fiel er durch. Erst 1863 erhielt er eine Professur an der Universität von Berlin. Vergeblich versuchte Barth, das Schicksal des jungen Deutschen E. Vogel zu klären. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich zusehend, so daß er die geplanten zwei großen Bücher über Afrika und die Mittelmeerländer nicht einmal anfangen konnte. 1865 starb der große Afrikaforscher an einem Magendurchbruch.

Nach oben