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Europa

In der Woche vor Ostern finden in Spanien zahlreiche Festumzühe, Passionsspiele und Prozessionen statt. Passionsspiele sind dramatische (also ernste) Aufführungen, in denen das Leiden und Sterben von Jesu nachgespielt werden. Eine Prozession wiederum bedeutet aus dem Lateinischen wörtlich übersetzt "vorrücken" oder "voranschreiten" und ist ein religiöser Brauch, bei dem eine Gruppe von Menschen einen nach bestimmten Regeln geordneten feierlichen Umzug zu Fuß macht. Die Leute tragen dabei Abbildungen von heiligen Figuren und oft auch spitze Kapuzen. Diese Kapuzen erinnern an einem Brauch aus dem Mittelalter: damals durften Sünder, also Menschen, die gegen die Bibel verstoßen haben, auch heimlich an solchen Umzügen teil zu nehmen, also mit einer Kapuze, damit sie niemand erkennt.

Nach den Umzügen wird dann ganz ausgiebig geschlemmt: am Ostersonntag gibt es fast bei allen spanischen Familien ein Gericht mit Lamm und am Ostermontag "Mona de Pasqua". Das ist ein Osterkringel aus Hefeteig, der mit harten Eiern dekoriert ist.

Weihnachten in Spanien beginnt mit einem ganz speziellen Höhepunkt - der Ziehung der Weihnachtslotterie am 22. Dezember. Das ist die - von den Gewinnen her gesehen - größte Lotterie der Welt. Fast jeder Spanier kauft sich mindestens ein Los, oft kaufen auch Vereine und ganze Dörfer zusammen Lose. Die Gewinnzahlen, die sich in Holzkugeln befinden, wandern aus zwei Trommeln in Glasschalen. Die Holzkugeln werden dann von zwei Schülern einer Schule für Jungen und Mädchen aus schwierigen Verhältnissen entnommen und eines der Kinder singt dann die Losnnummer.

Der Heiligabend selbst beginnt mit einem Abensessen mit den engsten Verwandten. Danach geht es in die Mitternachtsmesse. Geschenke werden erst am 6. Januar, dem Dreikönigstag, verteilt, wobei unartige Kinder nur Kohlestücke erhalten. In vielen spanischen Städten wird schon am 5. Januar ein Umzug veranstaltet, in dem die Ankunft der drei Könige gezeigt wird. Die Kinder müssen dann Brot und Wasser vor die Tür stellen und finden dann am nächsten Tag dafür die Geschenke vor.

Weihnachtsbäume werden in Spanien selten aufgestellt. Stattdessen verwendet man Weihnachtskrippen, die auch in den Schaufenstern von Geschäften, Cafes oder an öffentlichen Plätzen aufgestellt sind.

Die Spanier lieben zu Silvester - Weintrauben. Zu jedem einzelnen Glockenschlag Punkt 12 Uhr nachts wird eine Weintraube vernascht und bei jeder Traube darf man sich was wünschen. Aber Vorsicht: die letzte Weintraube muß dann auch wirklich mit dem letzten Glockenschlag verputzt sein, sonst gibt es Unglück. Wenn man da dann vorher zuviel Sekt getrunken hat (oder Johannes aus der Reihe vor mir ist) und nicht richtig zählen kann, hat Pech gehabt...

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