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Märchen

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Das Mädchen, das der Fluss geholt hat

Vor langer, langer Zeit geschah es einmal, dass einige Mädchen, die in der Ikhuba wohnten, zum Baden an den Fluss gingen. Als sie dort ankamen, steckten sie ein Mädchen ins Wasser und sagten: "Bleib hier und bade, während wir am Ufer spielen." Aber als sie da spielten, stieg der Fluss an und nahm das Mädchen mit. Als die anderen wiederkamen, sahen sie, dass der Fluss das Mädchen mit sich genommen hatte. Sie gingen nach Hause. Dort sagten sie niemandem, dass die Flut das Mädchen, das bei ihnen gewesen war, mitgerissen hatte. Sie schwiegen einfach still. Dann erkundigten sich die Leute: "Die Mädchen in der Ikhuba, wann kommen die denn wieder? Der Tag, an dem sie kommen sollten, ist doch schon längst vorbei."

Und ein Mann verließ den Kraal, um Holz zu schlagen, und als er an den Fluss kam, hackte er drauflos: Poch, poch! Da fing das Mädchen zu singen an: "O weh, der du da hackst, geh und sage meiner Mutter, dass es Buhlasi, die Tochter des Häuptlings, nicht mehr gibt. Sie ist von Zendla und Qugasi getötet worden." Und der Mann hackte und hackte und dachte dabei: 'Ah, hier gibt es einen Vogel, der sehr schön singen kann.' Er ging nach Hause und sagte zu einem anderen: "lass uns Holz schlagen gehen." Und beide gingen und hackten: Poch, poch! Das Mädchen sang wieder: "O weh, Mann meines Vaters, der du dort hackst, geh und sage meiner Mutter in dem Haus dort drüben, dass es Buhlasi, die Tochter des Häuptlings, nicht mehr gibt. Sie ist von Zendla und Qugasi getötet worden." Jetzt ging der Mann nahe heran und sah das Mädchen, er entdeckte die Tochter des Häuptlings in einem Baum.

Er eilte nach Hause und sagte: "Häuptling, dass die Mädchen die Ikhuba nicht verlassen, liegt daran, dass sie ein Mädchen im Fluss verloren haben." Der Häuptling sprach darauf: "Geh und rufe die Männer zum Rat zusammen." Die Männer kamen zusammen, und der Häuptling trug ihnen die Sache vor und sagte: "Nehmt eine Ochsenhaut und geht damit zum Fluss."

Die Männer erhoben sich und gingen zum Fluss. Und der erste schlug an den Baum, auf den das Mädchen gestiegen war, er schlug: poch, poch! Das Mädchen sang: "O weh, Mann meines Vaters, der du dort klopfst, geh und sag meiner Mutter in dem Haus dort drüben, dass es Buhlasi, die Tochter des Häuptlings, nicht mehr gibt." Da schlugen sie den Baum um, breiteten die Ochsenhaut aus, und als die Tochter des Häuptlings herunterkam, ergriffen die Männer sie.

Dann sangen sie ein Lied und kehrten heim. Die Mädchen wurden gerufen, und man sagte ihnen: "Der Häuptling lädt euch vor." Aber sie weigerten sich, die Hütte zu verlassen und vor den Häuptling zu treten. Da sandte der Häuptling junge Männer aus, die sie mit Gewalt aus der Ikhuba holten und schlugen. Und sie fragten die Mädchen: "Wohin habt ihr dieses Kind geschickt?" Die Mädchen antworteten: "Der Fluss hat sie geholt." Man wollte wissen: "Warum habt ihr uns das nicht gesagt?" Und sie antworteten: "Wir fürchteten, dass der Häuptling uns schlagen würde." Und die Männer gingen hin und schlugen die Mädchen noch einmal.