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Die Erde in Zahlen

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Während des Unabhängigkeitskrieges der nordamerikanischen Kolonien zwischen 1775 und1783 konnten die für die Briten lebensnotwendigenGetreidelieferungen aus der Karibik nicht durchgeführt werden, weswegen es zuHungersnöten auf den britischen Inseln kam. Daher wurde von einem Wissenschaftlervorgeschlagen, die Brotfrucht als Ersatz zum Getreide zu nutzen. Diese Frucht, die amBrotfruchtbaum wächst, war nicht nur sehr vitaminreich, sondern schmeckte ähnlich wieeine Süßkartoffel und wurde von dem berühmten Seefahrer JamesCook auf seiner ersten Weltumsegelung erstmals entdeckt. Der damalige König GeorgIII. stimmte 1787 dem Vorschlag zu und beauftragte seine Marine, ein Schiff zu entsenden,welches Stecklinge des Baumes an Bord nehmen soll.

Die Marine suchte sich ein Schiff, nämlich die "Bounty" und einen Kapitän,nämlich Leutnant William Bligh aus und ließ letzteren die Mannschaft aussuchen und dasSchiff ausrüsten. Die "Bounty" war 27,7 Meter lang und 7,3 Meter breit, wiesein Fassungsvermögen von 215 Tonnen auf und war ein dreimastiges Segelschiff. Da es beider Mission eher um einen großen Frachtraum und weniger um irgendwelche Angriffe ging,war die "Bounty" kein Militärschiff, auch wenn es mit 4 Kanonen ausgerüstetwurde, um sich zu verteidigen. Als Besatzung wurden neben Bligh 45 Männer ausgesucht. 20davon waren Matrosen, weitere 25 Offiziere, Unteroffiziere und Protegés, also zumeistjunge Schützlinge, darunter ein Arzt und zwei Botaniker (Pflanzenkundler). In Spithead,einem Teil einer Meeresenge vor der südlichen Küste Englands, wo letzte Vorbereitungenfür die lange Fahrt getroffen wurden, desertierten (= flüchteten) gleich 14 Matrosen vonBord und mußten ersetzt werden.

Vom König wurde William Bligh befohlen, eine Seereise rund um die Erde zu machen.Während der Seefahrt kam es immer wieder zu schweren Spannungen zwischen dem Kapitän undden Matrosen. Dabei tat sich insbesondere der Matrose Fletcher Christian hervor, der ganzbesonders viel mit dem Kapitän stritt. Bei diesen Streits ging es fast ausschließlich umdie unhaltbaren Zustände auf dem Schiff und dem Führungsstil von Bligh gegenüber seinereigenen Mannschaft.

Im Oktober 1788 erreichte die "Bounty" Tahiti, eine Insel im Südpazifik, woder Baum wuchs. Jedoch konnte man die Stecklinge nicht sofort mitnehmen, sondern mußte 5Monate darauf warten, bis sie zum Ziehen bereit waren. In dieser Zeit vergnügten sichKapitän und Mannschaft mit den idealen klimatischen Bedingungen der Insel und auch mitden einheimischen Frauen. Einigen der Männer gefiel das Leben auf Tahiti so sehr, daßsie bleiben wollten und desertierten. Sie wurden aber gefaßt und ausgepeitscht. Erst imApril 1789 verließ die "Bounty" mit 1.015 Jungpflanzen Tahiti in RichtungAustralien.

Das Schiff machte Zwischenstation in Nomuka, was auf den Tongainseln liegt. Dort wurdenvon den Einheimischen Ausrüstungsgegenstände, wofür der Kapitän den WachführerFletcher Christian verantwortlich machte. Als das Schiff dann wieder auf See war, kam eswieder zum Streit zwischen Kapitän und Christian: diesmal warf ihm der Schiffsführervor, Kokosnüsse aus der Kombüse (Küche auf einem Schiff) geklaut zu haben. Damit warfür die Mannschaft die Grenze überschritten: sie nahmen den Kapitän fest und setztenihn mit 18 weiteren Personen auf einem Beiboot aus.

Bligh und den anderen gelang es, nach 48 Tagen die Entfernung von 5.800 Kilometer zuüberwinden (das Beiboot hatte ein Segel) und in Timor zulanden. Christian und die Meuterer holten sich ihre Frauen von Tahiti und segelten nachTubuai, einer Inselgruppe 540 Kilometer südlich von Tahiti. Aber sie kamen mit denEinheimischen nicht klar, töteten 66 von ihnen. Fletcher Christian wurde es zu heiß aufTubuai und so flüchtete er heimlich mit 8 seiner Leuten, den Frauen und einigenEinheimischen und segelte nach Pitcairn, einer recht isoliert gelegenen Inseln. Dienächste Insel zu Pitcairn sind die Osterinseln in 2.073 KilometerEntfernung. Dort fühlten sie sich sicher: nicht nur wegen der abgelegenen Lage, sondernweil die Insel in den damaligen Seekarten durch einen Fehler um 180 Seemeilen falscheingetragen wurde. Die Insel war ideal: sie war unbewohnt, aber bewohnbar, hatte einmildes Klima und war reich an Pflanzen. Ziegen, Schweine und Hühner waren an Bord der"Bounty" - also alles perfekt für einen Neuanfang.

Aber so perfekt war es dann doch nicht: Christian und seine Kameraden behandelten dieBegleiter von Tubuai immer mehr wie Sklaven. Diese wehrten sich und töteten 5 derMeuterer, unter ihnen auch Christian. Die verbliebenen 5 Männer der "Bounty"rächten sich und töteten alle 6 Begleiter von Tubuai. Der letzte Meuterer starb danneines natürlichen Todes am 05. März 1829. Die heute noch auf der Insel Lebenden sind zumgrößten Teil direkte Nachfahren der Meuterer.

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