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Die Erde in Zahlen

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Sie sind einmalig auf dieser Welt - die Galapagos-Inseln, die im Pazifik liegen.Einmalig deshalb, weil auf den Inseln Tiere und Pflanzen leben, die nirgendwo sonst aufder Welt leben. Schon der Name der Inseln verweist auf dieses einzigartiges Tierleben: dasWort "Galapagos" (übersetzt "Wulstsattel") kommt aus dem spanischenund bezieht sich auf den Panzer von nur hier lebenden Galapagos-Riesenschildkröten.

Das es auf der Insel nur dort lebende Tiere (und Pflanzen) gibt, hat mit der isoliertenLage der Inselgruppe zu tun: rund um die Insel gibt es kein anderes Land, das nächsteLand (die Küste von Ecuador) ist ungefähr 1.000 Kilometer entfernt. Somit konnten sichdie auf den Inseln lebenden Tiere nicht mit anderen Tieren vom Festland vermischen und diein Südamerika lebenden Tiere konnten wiederum nicht die Inseln erreichen. Dadurchentwickelte sich auf den Galapagos eine eigene Tier- und Pflanzenwelt - vollkommenunbeeinflußt von dem Leben auf dem Festland. Das gibt es nicht nur auf denGalapagos-Inseln: auch auf anderen Inseln wie Neuseeland entwickelte sich solchendemisches Leben. "Endemisch" bedeutet dabei eine nur in einem ganz genaubestimmten Umgebung bestehende Tier- oder Pflanzenart. Jedoch ist der Artenreichtum vonendemischen Tieren und Pflanzen auf den Galapagos-Inseln besonders hoch.

Die Insel-Kette selbst besteht aus über 120 verschiedene Inseln, von denen jedoch nur13 größer als 10 km2 sind und nur 5 von Menschen bewohnt werden.

Entdeckt wurden die Inseln im Jahr 1535 durch den Spanier Tomas de Berlanga, der vomKurs auf dem Pazifik abgewichen war und schließlich auf einer der Inseln landete. DieInseln wurden jedoch von dem Spaniern nicht besetzt und blieben noch etliche Jahreunbewohnt. Nur ab und zu verirrten sich Piraten auf die Galapagos, die sich dort dann aufihre Angriffe auf das ecuadorianische oder peruanische Festland vorbereiteten. AuchWalfang-Schiffe machten dort Halt, bevor sie auf Jagd nach den Tieren gingen.

Erst 1832 machte Ecuador seinen Anspruch auf die Inselgruppe geltend und gründete aufden Inseln eine Kolonie von ehemaligen Soldaten. Drei Jahre später besuchte derNaturforscher Charles Darwin die Inseln und sammelte dort in gut einem Monat Proben vonTieren und Pflanzen, wobei ihm zunächst nichts besonderes an der Insel und der Tier- undPflanzenwelt auffiel. Erst als er zurück nach Großbritannien kam und die eingesammeltenProben näher untersuchte, fiel ihm anhand der Finken etwas auf: auf fast jeder Insel derGalapagos-Gruppe gab es Finken - die sich jedoch jeweils von den Finken der anderen Inselnunterschieden. So hatte beispielsweise eine Finkenart im Gegensatz zu den Finken auf denanderen Inseln seine Schnabelform anders entwickelt, um eine nur auf der entsprechendenInsel vorkommende Frucht besser essen zu können. Diese - und andere - Beobachtungenwurden dann Grundlage der sogenannten Evolutionstheorie. Das ist die Lehre von derVeränderung von Lebewesen von Generation zu Generation (und ist natürlich noch vielkomplizierter).

Auf den Inseln wurden bislang 625 verschiedene Pflanzenarten entdeckt, wovon 36 Prozentnur auf den Galapagos wachsen und sonst nirgendwo auf der Welt. Es gibt 57 Vogelarten(darunter allein 13 Arten des Darwin-Finkens), 11 Arten der Riesenschildkröte, 298verschiedene Fischarten und etwa 50.000 Galapagos-Pelzrobben. Ungefähr 40 Prozent allerTiere kommen nur auf der Inselkette vor.

George wurde 100 Jahre alt, bevor er im Juni 2012 starb und hatte immerhin ein Gewichtvon 90 Kilogramm. Einsam wurde er deswegen genannt, weil er auf seiner Insel der letzteseiner Art war. Denn die verschiedenen Unterarten der Galapagos-Riesenschildkrötenentwickelten sich - wie die oben genannten Finken - immer nur auf einer eigenen Insel, estummelten sich also nicht mehrere Arten auf einer der Inseln. Da auf der Insel, auf derGeorge lebte, kein weiterer Vertreter der Unterart mehr gefunden wurde, wurde alsoangenommen, daß der einsame Kerl tatsächlich das letzte Tier seiner Art war. Das stelltesich aber (leider erst im Nachhinein) als falsch heraus: auf einer anderen Galapagos-Inselmit dem schönen Namen "Isabela" wurden 9 Weibchen, 3 Männchen und 5Jungschildkröten von der Art wie George gefunden. Wie aber kann das sein, wenn jedeUnterart für sich allein auf jeweils einer Insel lebte?

Früher, im 19. Jahrhundert, war es üblich, daß sich Schifffahrer lebendeSchildkröten an Bord nahmen, um sie später zu kochen und zu essen. Manchmal warfen sie danndie Schildkröten wieder von Bord, wenn die Matrosen genügend andere Lebensmittel auf denInseln gefunden haben - und so dürften mindestens 2 Vertreter der Unterart von Georgeeben auf "Isabel" gelandet sein und dort Nachkommen bekommen haben.

Und der arme und einsame George wußte bloß nichts davon

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