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Georoute Ruhr

Das Tal des schwarzen Goldes zieht jedes Jahr viele Besucher in seinen Bann. Die Georoute Ruhr bietet eindrucksvolle Erlebnisse und Kulissen, die sich kein Wanderer entgehen lassen sollte. Insgesamt bietet die Georoute Ruhr 148 Sehenswürdigkeiten. Entlang der Route zeigen sich geschichtsträchtige Orte, die an längst vergessene Tage erinnern. Hier gab es den Bergbau und die Industriekultur. Und wer seine Wanderschuhe einpackt, und sich auf die Reise macht, wird einen Einblick in die Erdgeschichte erhalten. Hier gibt es eine Fülle an Gesteinen zu entdecken. Bei der Georoute Ruhr gibt es Informationen zu deren Entstehung und Fossilien werden offenbart.

Die Georoute Ruhr ist kraftvoll

Die Georoute Ruhr ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Auffällige Formen im Gelände, die bezwungen werden, bieten mehr als eindrucksvolle Momente. Hier wird klar, dass die geologischen Kräfte alles gegeben haben. Gesteinsschichten wurden in Falten gelegt, als wäre dies die leichteste Übung. Aber es gibt noch mehr als Gestein und ausgefallene Geländeformen auf der Georoute Ruhr zu entdecken, die den Atem stocken lassen. Denkmäler zeigen ihre Zeugenschaft der Geschichte. Wer der Kulturgeschichte ein Stückchen näherkommen möchte, ist bei der Georoute Ruhr auf jeden Fall an der richtigen Adresse. Zahlreiche Museen, die auf der Strecke liegen, bieten Sammlerstücke in ihrem Sortiment an, die sich niemand entgehen lassen sollte.

Die Georoute Ruhr ist ein geschichtsträchtiger Ort für Wanderer

Diese Wanderroute könnte für einen alten Karl May Film als Vorlage dienen. Und wer einmal die holprigen Wege gewandert ist, wird immer wieder hierher zurückkommen wollen. Die 148 Stopps, die sich auf der Strecke befinden, haben einiges zu bieten. Bei einer einzigen Wanderung gehen sich nur begrenzte Besuche aus. Das bedeutet, dass es wohl mehr als einen Besuch bedarf, um sich der Fülle dieser Naturattraktionen und geschichtlichen Einblicke bewusst zu werden.
Die Georoute Ruhr liegt im Gebiet Mühlheim bis Schwerte. Hierbei werden Essen, Witten, Dortmund und Bochum gestreift. Erkannt wird die Strecke vor allem durch ihr bekanntes Symbol: ein schwarzer Doppelbalken, der zwei Kohleflöze symbolisiert. Diese Markierungen finden sich sowohl entlang der Mittel-, der Haupt- und der Südroute.

Die unterschiedlichen Geostopps

Hier wurde auf Vielfalt gesetzt. Entlang der Georoute Ruhr gibt es 70 Stopps, an denen geschichtsträchtige Orte des regionalen Bergbaus bestaunt werden können. Hier finden es zahlreiche Überlieferungen über die Industriekultur der Gegend. Vor allem der Schlebuscher Erbstollen sollte einen Besuch wert sein.
40 weitere Geostopps liefern Einblicke in die Erdgeschichte. Und auch hier gibt es einiges zu bestaunen. Gesteine, ihre gesamte Entstehung und sämtliche Fossilien, die im Ruhrgebiet gefunden wurden, lassen sich auf der Wanderung finden.
Aber auch für Fans der Kunst- und Baugeschichte hat die Georoute Ruhr einiges auf Lager. Schlösser, Burgen und Brücken pflastern den Weg. Denkmäler bieten zwischendurch eine gelungene Abwechslung, der niemand widerstehen kann. Um sich zusätzliches Wissen aneignen zu können, gibt es einige Museen, die auf jeden Fall einen Zwischenstopp wert sind.
Über die gesamte Strecke hinweg finden sich zahlreiche Aussichtspunkte. Hier kann schon mal die eine oder andere Pause eingelegt werden, um durchzuatmen, und sich die Schönheit der Natur hinzugeben, um den Ausblick zu genießen. Der eindrucksvolle Panoramablick über das Rheintal ist auf jeden Fall das eine oder andere Foto für Zuhause wert.

Was ist die Georoute Ruhr?

Hierbei handelt es sich um ein gemeinschaftliches Projekt des Geoparks Ruhrgebiet. Das Projekt wurde 2004 ins Leben gerufen. Seither zieht dieses Projekt zahlreiche Wanderer in den Bann. Die Mischung aus geotouristischen, montanhistorischen und geowissenschaftlichen Attraktionen ist bei diesem Projekt perfekt gelungen. Das umliegende Rheingebiet soll für Wanderer erlebbar werden.

Der Stollen Friedlicher Nachbar

Der Geostopp 35 befindet sich unweit des Parkplatzes an der Lewacker Straße. Hier ist der Stollen Friedlicher Nachbar zu finden. Zwei Förderwagen wurden gezielt am Mundloch platziert. Der Stollen war um 1770 als Förder- und Wasserstollen gedacht. Dieser lag unweit der Zeche Glückssonne. Doch ab dem 19. Jahrhundert verloren diese Stollen bereits ihre Bedeutung. Tiefer gelegene Stollen wurden erschlossen, und übernahmen die bisherigen Funktionen älterer Stollen. Der Stollen wurde 1873 von der Zeche Friedlicher Nachbar übernommen. Er wurde zum Förderstollen umgebaut und erfüllte ab nun wieder einen neuen Zweck. Der Weg zur Kohleverladung an die bereits erbaute Eisenbahn konnte verkürzt werden.

Bethaus der Bergleute

Beim Geostopp 63 kann das Bethaus der Bergleute besucht werden. Das Haus ist zweistöckig und stammt aus dem Jahr 1830. Das Erdgeschoss bot eine Schmiede, in der die Werkzeuge der Bergleute vor Ort repariert werden konnten. Im Obergeschoss wurde gebetet, Versammlungen wurden abgehalten. Vor und nach der Schicht war dies ein beliebter Treffpunkt der Bergleute.
Gemeinsame Andacht konnte ebenso gehalten, wie Probleme mit dem Schichtmeister besprochen werden.
Mit einer kleinen Glocke am Giebel wurde die Arbeitszeit der Bergleute kontrolliert. Schichtbeginn und -ende wurden eingeläutet. Zusätzlich diente das Bethaus einer Kontrolle. So konnte abends überprüft werden, ob jeder Arbeiter aus dem Stollen zurückgekehrt ist. Allerdings hatte das Bethaus keinen langen Bestand. Aufgrund dessen, dass viele Zechen in der umliegenden Umgebung im Laufe der Zeit ihre Zelte abbrachen, wurde das Bethaus bereits nach sieben Jahren wieder geschlossen. Daraufhin diente das Bethaus über viele Jahre hinweg als Wohnhaus für Bergleute. Heute bietet das ehemalige Bethaus eine bergbauhistorische Ausstellung.

Stiepeler Dorfkirche

Der Geostopp 117 hat die Stiepeler Dorfkirche zu bieten. Diese Kirche stammt aus dem Jahr 1008. In Bochum handelt es sich bei dieser Kirche um das älteste noch erhaltene Gebäude. Die neue Form, die auch heute noch Bestand hat, und an eine romantische Basilika erinnert, erhielt die Kirche zwischen 1130 und 1170.
Nach außen hin wirkt die Kirche klein und unscheinbar. Wer aber einen Blick in die Kirche wirft, wird aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Das Herz von Kunstliebhabern wird bei diesem Anblick höherschlagen. Wand- und Deckenmalereien aus dem Jahr 1150 bis 1200 bieten eine eindrucksvolle Kulisse, die auf jeden Fall das eine oder andere Foto wert ist. Nach Voranmeldung kann das Innere der Kirche während der Öffnungszeiten bestaunt werden.

Holthausener Sattel

Dieser befindet sich am Geostopp 127. Der Höhenrücken liegt in der Nähe eines kleinen Baches. Wer den Abzweig Bredenscheider Straße in die Lüggersegge nutzt, kommt unweigerlich an diesem Örtchen vorbei. Hinter dem alten Fabrikgebäude liegt ein Sandsteinbruch, der schon seit vielen Jahren stillgelegt wurde. Modellhaft lässt nur noch eine Felswand an die längst vergessenen Tage erinnern.
Eine nach oben gewölbte Gesteinsfalte stellt den Holthausener Sattel dar. Hier setzt am Kern der Falte ein altes Stollenmundloch auf. Es wird angenommen, dass hier der Kohleabbau vergebens versucht wurde. Wer einen genauen Blick auf diesen eindrucksvollen Ort wirft, wird unterschiedliche Sandsteinlagen erkennen, die Kieselsteine in sich bergen. Fossile Pflanzenreste sind hier keine Seltenheit. Farne und Schachtelpalmen warten hier darauf, gefunden zu werden.

Schloss Broich

Schloss Broich, Foto: Wirestock / depositphotos.com

Schloss Broich

Auf der Hauptroute der Georoute Ruhr befindet sich der Geostopp 1. Hier ruht sanft und erhaben das Schloss Broich. Wahrscheinlich wurde die ursprüngliche Anlage dieses Schlosses in den Jahren 883/884 erbaut. Genaue Daten gibt es hierzu allerdings nicht. Sagenumwobene Geschichten umgeben dieses Schloss. Wird der Geschichte Glauben geschenkt, schlugen hier bereits die Normannen ihre Winterlager auf, nachdem sie Duisburg im Krieg erobert hatten.
Diese Burg hat nicht nur einiges an Geschichte zu bieten. Sie wird auch zu den ältesten Burgen der Karolingerzeit gezählt. In ihr verbirgt sich eine schöne wie auch schaurige Geschichte. Die Burg kam kaum zur Ruhe. Kriege, Zerstörungen und Besetzungen setzten dem Mauerwerk und den Grundmauern immer wieder zu. Doch sie erstrahlte immer wieder in neuem Glanz, wurde durch den Wiederaufbau immer wieder belebt. Bauliche Erweiterungen blieben über die Jahrhunderte hinweg nicht aus.
Heute hat das Schloss Broich eine Dauerausstellung zu bieten. Das Schloss wird auch heute wieder belebt, aber auf andere Art und Weise. Im Burggarten kann in einem Restaurant oder im Biergarten wieder Kraft geschöpft werden. Veranstaltungen wie Festivals und Konzerte sind innerhalb der Burgmauern keine Seltenheit. Und um der alten Geschichte alle Ehre zu machen, werden immer wieder mittelalterliche Märkte und Ritterturniere angeboten.

Bodenschätze Harbecke

An der Hauptroute der Georoute Ruhr gibt es einiges zu sehen. Für Geologen hat der Geostopp 3 einiges zu bieten. Gleich zwei Bodenstationen bieten Besuchern einen Einblick in Stadtböden, die vom Menschen geprägt sind. Böden zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie ein nie endendes Gedächtnis mit sich bringen. Und wie lange das Gedächtnis tatsächlich zurückreicht, lässt sich an den Bodenschätzen Harbecke sehr gut erkennen. Hier ist Zeugnis über die Industrie- und Siedlungsgeschichte der Region zu finden. Der Boden wurde an der Sporthalle eindrucksvoll an die Oberfläche gebracht. In den Schaukästen wird ein echtes Bodenprofil gezeigt.

Schlagende Wetter

Die Südroute der Georoute Ruhr hat ebenfalls einiges zu bieten. Unter anderem liegt hier der Geostopp 138. Dieser führt zu Schlagende Wetter. Es handelt sich um ein kleines Fachwerkhaus, das einst einem Schmied gehörte. Das kleine Anwesen wurde von Ludwig Schubert 1870 erworben. Ab diesem Zeitpunkt übte er seine Funktion als Schmied aus, und betätigte sich im Bergbau.
In der Nähe befindet sich ein Bach, neben dem eine gut erhaltene Halde zu sehen ist. Diese Halde gehörte dem Schacht Mühler und Carl der Zeche Sieper an. Über einen Wetterofen wurde verbrauchte Luft aus dem Schacht abgeführt. Ein verheerendes Unglück prägt diesen Geostopp. Am 5. Januar 1870 kam es zu einer Schlagwetterexplosion. Das Grubengas reagiert hochexplosiv mit der Luft. Das Grubenunglück forderte das Leben zahlreicher Bergleute.

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