Teneriffa ist eine Insel der kurzen Entfernungen und großen Gegensätze. Zwischen den Ferienorten an der sonnigen Südküste, den grünen Hängen im Norden, den zerklüfteten Bergen des Anaga-Gebirges und der kargen Vulkanlandschaft rund um den Teide liegen oft nur wenige Dutzend Kilometer. Trotzdem kann sich innerhalb einer einzigen Autofahrt nicht nur die Landschaft, sondern auch das Wetter vollständig verändern. Genau diese Vielfalt macht Teneriffa zu einem besonders reizvollen Ziel für eine Rundreise mit dem Auto.
Eine Woche reicht aus, um viele der bekanntesten Sehenswürdigkeiten kennenzulernen und zugleich Orte zu besuchen, die abseits der klassischen Hotelzonen liegen. Dabei muss nicht jeden Tag die Unterkunft gewechselt werden. Wegen der überschaubaren Größe der Insel lassen sich viele Ziele bequem als Tagesausflug erreichen. Besonders praktisch ist eine Unterkunft im Süden oder Südwesten, wenn Badeurlaub und Inselerkundung miteinander verbunden werden sollen. Auch Puerto de la Cruz oder eine Unterkunft im Norden kommen als Ausgangspunkt infrage.
Die Entfernungen auf der Landkarte können allerdings täuschen. Eine Strecke von 30 Kilometern bedeutet in den Bergen Teneriffas nicht zwangsläufig eine halbe Stunde Fahrzeit. Kurvige Straßen, starke Steigungen, Aussichtspunkte und kleinere Orte sorgen dafür, dass manche Etappe deutlich länger dauert. Das ist allerdings kein Nachteil. Gerade die Fahrten durch die verschiedenen Landschaften gehören zu den Erlebnissen einer individuellen Teneriffa-Reise.
Für sieben Tage empfiehlt sich deshalb eine Route, die nicht möglichst viele Kilometer sammelt, sondern unterschiedliche Seiten der Insel miteinander verbindet. Vulkane, historische Städte, kleine Bergdörfer, Strände, Wälder und spektakuläre Küstenabschnitte lassen sich so Schritt für Schritt entdecken. Gleichzeitig bleibt genügend Zeit für spontane Zwischenstopps, ein Mittagessen in einem kleinen Restaurant oder einen längeren Aufenthalt an einem besonders schönen Aussichtspunkt.
Tag 1: Ankommen und den Süden Teneriffas kennenlernen
Der erste Tag eignet sich für eine entspannte Erkundung des Südens. Nach Flug, Gepäckabholung und Fahrzeugübernahme von einem der Mietwagenanbieter am Flughafen ist eine lange Bergtour meist wenig sinnvoll. Stattdessen bietet sich eine gemütliche Fahrt entlang der Küste an. Orte wie Los Cristianos, Playa de las Américas und Costa Adeje gehören zu den bekanntesten Ferienzentren Teneriffas und vermitteln einen ersten Eindruck von der touristisch geprägten Seite der Insel.
Wer etwas ruhiger starten möchte, kann weiter in Richtung La Caleta oder Playa San Juan fahren. Besonders entlang der Südwestküste wechseln sich kleinere Strände, Promenaden und Küstenorte ab. Der erste Tag eignet sich außerdem dafür, sich an den Mietwagen und die Straßenverhältnisse zu gewöhnen. Die Hauptstraßen im Süden sind gut ausgebaut, während sich die Fahrt in den Bergen an den folgenden Tagen deutlich kurviger gestaltet.
Ein entspannter Auftakt statt vollem Besichtigungsprogramm
Eine Rundreise muss nicht bereits am ersten Nachmittag mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten beginnen. Viel angenehmer ist es, zunächst anzukommen, die Umgebung der Unterkunft kennenzulernen und vielleicht den Sonnenuntergang am Meer zu erleben. Gleichzeitig bleibt genügend Gelegenheit, Wasser und Proviant für die kommenden Ausflüge einzukaufen und die Route für den nächsten Morgen vorzubereiten.
Tag 2: Durch Vulkanlandschaften hinauf zum Teide
Der zweite Tag führt in das geografische und landschaftliche Zentrum Teneriffas. Der Pico del Teide ist mit 3.715 Metern der höchste Berg Spaniens und prägt die Insel bereits aus großer Entfernung. Noch beeindruckender als der Gipfel selbst ist für viele Reisende die Fahrt durch den Parque Nacional del Teide. Je nach Ausgangspunkt führen verschiedene Straßen aus dem Süden, Westen oder Norden hinauf in die Hochlagen.
Während an der Küste Palmen und Ferienanlagen das Bild bestimmen, verändert sich die Umgebung mit zunehmender Höhe deutlich. Pinienwälder gehen schließlich in eine karge Vulkanlandschaft über. Schwarzes Lavagestein, bizarre Felsformationen und weite Flächen lassen einige Abschnitte beinahe außerirdisch erscheinen. Besonders bekannte Stopps liegen im Bereich der Roques de García und entlang der zahlreichen Aussichtspunkte im Nationalpark.
Für die Fahrt sollte ausreichend Zeit eingeplant werden. Nicht die reine Entfernung entscheidet über die Dauer des Ausflugs, sondern die vielen Möglichkeiten für Zwischenstopps. Wer die Seilbahn nutzen möchte, sollte sich rechtzeitig über Verfügbarkeit, Wetterbedingungen und mögliche Reservierungen informieren. Die Fahrt zum Gipfelbereich ist außerdem nicht mit einer Genehmigung für sämtliche Wanderwege gleichzusetzen. Für einzelne Bereiche gelten besondere Zugangsregeln.
Rückfahrt über eine andere Inselseite
Besonders abwechslungsreich wird der Tag, wenn für Hin- und Rückfahrt unterschiedliche Strecken gewählt werden. Dadurch zeigen sich innerhalb weniger Stunden mehrere Vegetationszonen Teneriffas. Während im Süden häufig trockenere Landschaften dominieren, präsentiert sich die Nordseite vielerorts deutlich grüner. Genau dieser Wechsel gehört zu den eindrucksvollsten Erlebnissen einer Autofahrt über die Insel.
Tag 3: Masca, Santiago del Teide und die Klippen von Los Gigantes
Am dritten Tag steht der Westen Teneriffas im Mittelpunkt. Die Region rund um Santiago del Teide, Masca und Los Gigantes gehört landschaftlich zu den eindrucksvollsten Teilen der Insel. Gleichzeitig zeigt sich hier, weshalb ein eigenes Fahrzeug während einer einwöchigen Rundreise besonders praktisch sein kann.
Von Santiago del Teide führt die Strecke durch eine eindrucksvolle Berglandschaft in Richtung Masca. Das kleine Dorf liegt zwischen steilen Berghängen und gehört zu den bekanntesten Ausflugszielen Teneriffas. Schon die Anfahrt ist ein Erlebnis. Die Straße ist kurvenreich und abschnittsweise eng, weshalb eine ruhige Fahrweise sinnvoll ist. Für ungeübte Fahrer kann die Strecke anspruchsvoller wirken als die gut ausgebauten Küstenstraßen.
Masca selbst besteht nur aus wenigen Häusern, doch die Lage macht den Ort außergewöhnlich. Zwischen tief eingeschnittenen Schluchten und steilen Bergflanken öffnet sich immer wieder der Blick in Richtung Atlantik. Weil Parkplätze begrenzt sein können, eignet sich der Ort eher für einen bewussten Aufenthalt als für einen schnellen Fotostopp mitten im größten Besucherandrang.
Am Nachmittag hinunter nach Los Gigantes

Nach der Bergfahrt bietet sich ein Wechsel an die Küste an. Los Gigantes ist vor allem für die mächtigen Felswände bekannt, die nahezu senkrecht aus dem Atlantik aufsteigen. Die Acantilados de Los Gigantes erreichen an einigen Stellen mehrere Hundert Meter Höhe und zählen zu den markantesten Landschaftsformationen Teneriffas.
Der Nachmittag kann am Hafen, an einem Aussichtspunkt oder an einem der Strände der Umgebung ausklingen. Auch Bootstouren werden von hier angeboten. Wer sieben Tage auf der Insel verbringt, muss allerdings nicht jede Attraktion in einen einzigen Tag packen. Schon die Kombination aus Berglandschaft, Masca und Küste sorgt für ein abwechslungsreiches Programm.
Tag 4: La Orotava und Puerto de la Cruz im grünen Norden
Nach zwei Tagen mit Vulkanen und Bergstraßen führt die Route am vierten Tag in den Norden Teneriffas. Hier zeigt sich eine andere Seite der Insel. Durch Passatwinde und die besonderen klimatischen Verhältnisse ist die Landschaft in vielen Bereichen grüner als im Süden. Bananenplantagen, Gärten und dicht bewachsene Hänge prägen das Bild.
Ein besonders lohnendes Ziel ist La Orotava. Die historische Stadt liegt oberhalb von Puerto de la Cruz und besitzt ein sehenswertes Zentrum mit traditionellen kanarischen Häusern, Holzbalkonen, Kirchen und kleinen Plätzen. Für einen Spaziergang sollte genügend Zeit eingeplant werden, denn La Orotava erschließt sich weniger durch einzelne spektakuläre Sehenswürdigkeiten als durch das Zusammenspiel aus Architektur, Gassen und Ausblicken.
Vom historischen Zentrum an die Atlantikküste
Anschließend geht es hinunter nach Puerto de la Cruz. Die traditionsreiche Urlaubsstadt unterscheidet sich deutlich von den großen Ferienorten im Süden. Das Zentrum besitzt gewachsene Straßenzüge, Plätze und eine lange Promenade. Rund um den alten Hafen lässt sich gut nachvollziehen, wie sich der Ort vom Küstenstädtchen zu einem der ältesten touristischen Zentren der Kanaren entwickelt hat.
Wer noch Zeit hat, kann den Ausflug mit einem Abstecher an einen der dunklen Strände der Nordküste verbinden. Der vulkanische Ursprung Teneriffas zeigt sich hier besonders deutlich. Schwarzer Sand und dunkle Felsen bilden einen starken Kontrast zum häufig tiefblauen Atlantik und zur grünen Vegetation im Hinterland.
Tag 5: Durch das Anaga-Gebirge nach Taganana
Der fünfte Tag gehört dem Nordosten Teneriffas. Das Anaga-Gebirge ist landschaftlich kaum mit dem Teide-Nationalpark oder dem trockenen Süden vergleichbar. Steile Bergrücken, tiefe Täler, Lorbeerwälder und kleine Siedlungen bestimmen die Region. Viele Straßen folgen dem Verlauf der Berge und bieten immer wieder weite Ausblicke über Täler und Atlantikküste.
Als Ausgangspunkt eignet sich die Gegend rund um La Laguna. Von dort führen Straßen hinauf in das Anaga-Gebirge. Schon wenige Kilometer außerhalb der Stadt verändert sich die Landschaft deutlich. Besonders reizvoll sind die Abschnitte durch die feuchten Wälder in den höheren Lagen. Je nach Wetter ziehen Wolken zwischen den Bäumen hindurch und verleihen dem Gebiet eine fast mystische Atmosphäre.
Kurvenreiche Straßen und spektakuläre Aussichtspunkte
Die Fahrt durch Anaga sollte nicht unter Zeitdruck stattfinden. Viele Straßen sind kurvenreich, teilweise schmal und führen an steilen Hängen entlang. Zahlreiche Aussichtspunkte laden zu kurzen Pausen ein. Das Ziel kann beispielsweise Taganana sein, ein abgeschieden wirkender Ort zwischen Bergen und Atlantik. Von dort lassen sich weitere Küstenabschnitte im Nordosten erkunden.
Die Gegend rund um Taganana zeigt besonders anschaulich, wie stark die Topografie die Besiedlung Teneriffas geprägt hat. Kleine Häusergruppen liegen an steilen Berghängen, während Straßen in zahlreichen Kurven bis hinunter an die Küste führen. Einige Kilometer weiter warten dunkle Strände und eine wilde Küstenlandschaft. Gerade der Kontrast zu den dicht bebauten Ferienzentren im Süden macht diesen Tag zu einem Höhepunkt der Rundreise.
Tag 6: La Laguna, Santa Cruz und die Ostküste
Nach den langen Landschaftstouren bietet der sechste Tag Gelegenheit, zwei der wichtigsten Städte Teneriffas kennenzulernen. San Cristóbal de La Laguna besitzt ein historisches Zentrum mit geraden Straßenzügen, farbigen Fassaden, Innenhöfen und zahlreichen Kirchen. Die Altstadt gehört zum UNESCO-Welterbe und lässt sich am besten zu Fuß erkunden.
Mit dem Auto empfiehlt es sich, außerhalb der engsten Altstadtstraßen zu parken und den Rundgang anschließend zu Fuß fortzusetzen. In den zentralen Gassen liegen Cafés, kleinere Geschäfte und historische Gebäude dicht beieinander. Das vergleichsweise kühle Klima überrascht besonders nach mehreren Tagen im sonnigen Süden.
Von La Laguna weiter in die Inselhauptstadt

Nur wenige Kilometer entfernt liegt Santa Cruz de Tenerife. Die Hauptstadt vermittelt wiederum ein völlig anderes Bild. Einkaufsstraßen, moderne Architektur, Hafenanlagen und große Plätze bestimmen das Stadtbild. Zu den markanten Bauwerken gehört das Auditorio de Tenerife in unmittelbarer Nähe zum Meer.
Nach dem Stadtbesuch kann die Route entlang der Ostküste zurückführen. Je nach verbleibender Zeit bietet sich ein Zwischenstopp in Candelaria an. Die Küstenstadt ist als bedeutender Wallfahrtsort der Kanarischen Inseln bekannt. Rund um die Basilika und den Platz am Meer stehen große Statuen, die an die früheren Guanchenherrscher Teneriffas erinnern.
Damit verbindet dieser Tag Geschichte, Stadtleben und Küstenlandschaft. Gleichzeitig fällt die Fahrstrecke im Vergleich zu den Bergtouren moderater aus, was nach mehreren intensiven Ausflugstagen angenehm sein kann.
Tag 7: Küstenstraßen, Lieblingsorte und ein entspannter Abschluss
Der letzte vollständige Urlaubstag sollte nicht zwangsläufig mit einer weiteren großen Rundfahrt gefüllt werden. Nach sechs Tagen voller unterschiedlicher Eindrücke lohnt es sich, bewusst etwas Freiraum einzuplanen. Vielleicht hat sich während der Woche ein Ort ergeben, an den eine zweite Fahrt reizvoll erscheint. Ebenso kann ein Strandtag mit kleineren Ausflügen entlang der Küste kombiniert werden.
Im Süden bieten sich beispielsweise El Médano und die Umgebung des Montaña Roja an. El Médano besitzt eine deutlich andere Atmosphäre als die großen Ferienzentren rund um Costa Adeje. Der Ort ist für seine langen Strände und guten Bedingungen für Wind- und Wassersport bekannt. Cafés und Restaurants entlang der Küste eignen sich für einen ruhigen Abschluss der Reise.
Auch spontane Entdeckungen gehören zur Rundreise
Eine der größten Stärken einer Reise mit dem Auto liegt darin, nicht jede Stunde vorab festlegen zu müssen. Während der vergangenen Tage können Aussichtspunkte, kleine Orte oder Küstenabschnitte aufgefallen sein, für die zunächst keine Zeit blieb. Der siebte Tag schafft die Gelegenheit, solche Entdeckungen nachzuholen.
Alternativ kann die Strecke durch kleinere Orte im Süden oder Südwesten führen. Abseits der großen Hotelanlagen zeigt sich auch hier ein ruhigeres Teneriffa. Kleine Restaurants, Marktplätze und wenig bekannte Aussichtspunkte sorgen dafür, dass selbst am letzten Tag noch neue Eindrücke hinzukommen können.
Was bei einer einwöchigen Autorundreise auf Teneriffa zu beachten ist
Obwohl Teneriffa keine besonders große Insel ist, sollte die Fahrzeit nicht unterschätzt werden. Die Autobahnen entlang großer Teile der Küste ermöglichen zügiges Vorankommen, in den Bergregionen sieht die Situation jedoch anders aus. Kurvige Straßen und größere Höhenunterschiede reduzieren das Tempo erheblich. Gerade nach Masca oder durch das Anaga-Gebirge sollte genügend zeitlicher Spielraum vorhanden sein.
Ein kleines oder mittelgroßes Fahrzeug kann auf engen Straßen und bei der Parkplatzsuche angenehmer sein als ein sehr großes Auto. Gleichzeitig sollte die Motorisierung zu den geplanten Strecken passen, da zahlreiche Straßen deutliche Steigungen aufweisen. Vor der Fahrzeugübernahme empfiehlt sich außerdem eine Kontrolle auf bereits vorhandene Schäden. Fotos oder Videos können den Zustand bei Mietbeginn dokumentieren.
Parken, Tanken und tägliche Planung
In vielen Orten gibt es öffentliche Parkplätze oder Parkhäuser. In historischen Zentren und bekannten Ausflugsorten kann die Parkplatzsuche jedoch länger dauern, insbesondere zu stark besuchten Tageszeiten. Ein früher Start zahlt sich deshalb bei mehreren Stationen der Rundreise aus.
Auch die Tankplanung ist unkompliziert, sollte aber vor längeren Touren ins Bergland nicht völlig vergessen werden. An den Küsten und in größeren Orten befinden sich zahlreiche Tankstellen, während das Angebot in abgelegenen Regionen naturgemäß geringer ist. Für einen Ausflug zum Teide, nach Masca oder nach Anaga ist ein ausreichend gefüllter Tank deshalb die entspanntere Lösung.
Hilfreich ist außerdem eine flexible Tagesplanung. Wetter und Temperaturen können zwischen Süd- und Nordseite erheblich voneinander abweichen. Während an der Küste Sonne herrscht, können in höheren Lagen Wolken, Wind und deutlich niedrigere Temperaturen auftreten. Eine leichte Jacke gehört daher auch dann ins Auto, wenn der Tag am Hotel bei sommerlicher Wärme beginnt.
Sieben Tage, die viele Seiten Teneriffas zeigen
Eine Woche mit dem Auto reicht aus, um Teneriffa deutlich intensiver kennenzulernen als bei einem reinen Aufenthalt in einem Ferienort. Innerhalb weniger Tage wechseln sich Vulkanlandschaften, historische Städte, wilde Bergregionen, grüne Täler und sonnige Küstenabschnitte ab. Genau diese Gegensätze machen den besonderen Reiz der Insel aus.
Die vorgeschlagene Route verbindet die bekanntesten Landschaften Teneriffas, ohne daraus einen täglichen Wettlauf von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit zu machen. Der Teide erhält einen eigenen Tag, ebenso der Westen rund um Masca und Los Gigantes sowie die Bergwelt des Anaga-Gebirges. La Orotava, Puerto de la Cruz, La Laguna und Santa Cruz ergänzen die Naturerlebnisse um historische Architektur und städtisches Leben.
Besonders angenehm ist die Freiheit, einzelne Etappen an Wetter, Interessen und Tagesform anzupassen. Bei klarem Himmel kann eine Fahrt zum Teide vorgezogen werden, während ein bewölkter Tag für einen Stadtbesuch genutzt wird. Ebenso lässt sich ein längerer Aufenthalt an einem schönen Ort ohne komplizierte Änderungen im Reiseplan ermöglichen. Der Mietwagen dient dabei weniger als bloßes Transportmittel, sondern macht eine flexible Gestaltung der Woche überhaupt erst besonders komfortabel.
Trotz der vielen möglichen Ziele sollte die Reise nicht mit zu vielen Stationen überladen werden. Teneriffa entfaltet einen großen Teil seines Charmes auf den Strecken zwischen den bekannten Sehenswürdigkeiten. Eine Straße durch den Pinienwald, ein unerwarteter Blick auf den Atlantik oder ein kleines Café in einem Bergort kann ebenso in Erinnerung bleiben wie der Besuch der großen Attraktionen.
Am Ende zeigt eine siebentägige Autorundreise vor allem, wie abwechslungsreich Teneriffa auf relativ kleiner Fläche ist. Morgens kann der Tag zwischen Palmen am Meer beginnen, wenige Stunden später führt die Straße durch vulkanisches Hochland auf mehr als 2.000 Metern Höhe. Am nächsten Tag warten feuchte Lorbeerwälder, anschließend historische Altstädte oder dramatische Steilküsten. Diese Vielfalt lässt sich mit einer durchdachten Route erleben, ohne jeden Tag stundenlang im Auto verbringen zu müssen.
Damit eignet sich Teneriffa hervorragend für Reisende, die Strandurlaub und Entdeckungstour miteinander verbinden möchten. Sieben Tage reichen zwar nicht aus, um jede Straße und jeden Ort der Insel kennenzulernen, bieten aber genügend Zeit für einen umfassenden ersten Eindruck. Wer nach dieser Woche das Gefühl hat, längst noch nicht alles gesehen zu haben, hat Teneriffa wahrscheinlich genau so erlebt, wie es die Insel verdient.
