Den typischen Familienurlaub verbinden die meisten Menschen mit einem Reiseziel am Meer, üblicherweise im Süden, das meist mit dem eigenen Auto angesteuert wird. Vor Ort stellt dann oft eine Ferienwohnung oder ein günstiges Hotel die passende Unterkunft dar.
Doch es muss nicht immer das bekannte Klischee sein. Wie wäre es einmal mit einem urigen Campingurlaub für die ganze Familie? Ja, das geht – sofern das richtige Zelt dafür bereitsteht! Wir geben Tipps, worauf bei Auswahl und Anschaffung zu achten ist.
Welches Zelt für welchen Camper-Typ?
Es gibt verschiedene Zelttypen, die typischerweise beim Camping zum Einsatz kommen. Als klassische Campingzelte gelten das Kuppelzelt, auch Igluzelt genannt, und das Tunnelzelt. Früher populär, aber heute technisch überholt ist das sogenannte Fistzelt, welches die typische Dreiecksform aus der Anfangszeit der Zeltkonstruktionen aufweist. Wesentliche Nachteile dieses Zelttyps entstehen jedoch aus der schlechten Raumausnutzung, der Angreifbarkeit durch Wind und dem unsicheren Stand, da es ohne Abspannleinen sofort in sich zusammenfällt.
Für Profis und Abenteurer bieten sich sogenannte Geodät-Zelte an, die sich durch eine besondere Sturmresistenz auszeichnen und somit vor allem Einsatz auf Expeditionen finden. Quasi auf der anderen Seite stehen die praktischen Wurfzelte, welche sich insbesondere wegen ihres bequemen Auf- und Abbaus immer größerer Beliebtheit erfreuen. Beim Camping weniger typisch, der Vollständigkeit halber aber erwähnenswert, sind Tipi-Zelte und Biwakzelte.
Das richtige Zelt kaufen: Vor- und Nachteile der einzelnen Zelttypen
Natürlich kommt es auf den individuellen Anwendungsfall an, welches Zelt sich am besten eignet. Die Kleinfamilie im Kurz- bzw. Wochenendurlaub hat hier sicher ganz andere Bedürfnisse als jene mit vier oder fünf Kindern, die einen zünftigen Urlaub über mehrere Wochen plant.
Gewicht- und platzsparend sind besonders Igluzelte und Wurfzelte. Igluzelte sind in der Regel etwas günstiger als vergleichbar große Wurfzelte und existieren in unterschiedlichen Konfigurationen, dafür können Wurfzelte u. a. durch den sehr schnellen und einfachen Auf- und Abbau punkten.
Das praktische Tunnelzelt
In der Größenordnung eines Familienzelts, also ab ca. fünf Personen, kommen dagegen praktisch nur noch Tunnelzelte infrage. Zudem gibt es in Form eines Tunnelzelts vielfältige Konfigurationen mit großen, separaten Stau- und Aufenthaltsräumen. Und: Auch in der Kategorie Tunnelzelt gibt es Modelle, die sich teilweise aufwerfen lassen und somit den Auf- und Abbauprozess erheblich beschleunigen. Grundsätzlich bieten Tunnelzelte also mehr Raum und Komfort und vielfältige Möglichkeiten, auch großes Gepäck zu verstauen.
Weitere Vorteile: Der Eingang bei Tunnelzelten ist meist größer als bei anderen Bauformen, so dass sich besonders bei Regen der Einstieg in das Zelt deutlich einfacher gestaltet. Außerdem ist es bei Regen sehr angenehm, den Wohnraum eines Tunnelzelts nutzen zu können und den Tag nicht in der Schlafkammer verbringen zu müssen.
Ein Igluzelt kann nur bis zu einem bestimmten Umfang und Volumen einfach aufgebaut werden, so dass es sich als Familien- oder Gruppenzelt weniger eignet. Einem Tunnelzelt sind dagegen insbesondere in seiner Länge keine Grenzen gesetzt. Hinzu kommt, dass das Tunnelzelt im Vergleich zu einem Kuppelzelt bei gleicher Fläche mehr Raum bietet, da die Wände steiler gestaltet sind. Je nach Ausführung des Tunnelzelts ist der Wohnraum so groß dimensioniert, dass darin sogar Campingstühle und Campingtische aufgebaut werden können.
Nachteile des Tunnelzelts
Ein Nachteil von Tunnelzelten generell liegt darin, dass man beim Aufbau besonders darauf achten sollte, in welche Richtung der Eingang ausgerichtet ist. Der Grund: Sie sind insbesondere von der Seite recht leicht durch den Wind angreifbar. Vor dem Aufstellen ist also etwas Kopfarbeit gefragt – man sollte darauf achten, dass das Tunnelzelt immer so ausgerichtet wird, dass die schmale Seite in jene Richtung zeigt, aus der mit dem meisten Wind zu rechnen ist. Falls das nicht möglich sein sollte, ist zumindest auf eine sehr gute Abspannung des Zelts zu achten. Wichtig zu wissen ist in diesem Zusammenhang auch, dass Tunnelzelte ohne Abspannleinen nicht selbständig stehen bleiben und direkt in sich zusammenfallen. Ein Aufstellen auf harten Böden wie beispielsweise Beton bzw. Asphalt ist somit kaum möglich.
Tunnelzelt kaufen: Worauf ist zu achten?
Die gute Nachricht: Wer keine Expedition unter Extrembedingungen plant und in Kauf nimmt, dass man eventuell nach einigen Jahren ein neues Zelt kaufen muss, kann beim Kauf eines Tunnelzeltes durchaus auf eine günstige Version setzen.
Ausschlaggebende Entscheidungskriterien beim Kauf sind das Gewicht, die Breite im Schlafbereich pro Person, die Lüftungsmöglichkeiten und ob der Wohnbereich über eine eigene Bodenplane verfügt. Letztere sollte mit den Zeltwänden vernäht sein, das schützt vor Unwettern und verhindert, dass Kleintiere ins Zelt gelangen.
Wer perfekt für alle Eventualitäten vorsorgen möchte, achtet beim Kauf des Zeltes auf die sogenannte Wassersäule. Sie gibt an, wie wasserdicht das Material eines Zeltes ist. Der Wert wird in Millimetern (mm) gemessen und beschreibt einen einfachen Labortest: Dabei wird ein herkömmlicher Zylinder auf den Stoff gesetzt und theoretisch so lange mit Wasser gefüllt, bis die ersten drei Tropfen durch das Gewebe dringen. Ein Zelt mit einer Wassersäule von 3.000 mm hält also einem höheren Wasserdruck stand als eines mit 1.500 mm. Für normalen Regen gilt ein Außenzelt ab etwa 1.500 mm bis 2.000 mm als zuverlässig wasserdicht.
