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Was sind Waldschneisen?

Eine Schneise bezeichnet einen Weg, auf dem keine Bäume wachsen. Die Waldschneise kommt speziell im Wald vor. Hier zieht der Wind durch und man hat einen freien Blick auf die Umgebung. Aber was macht eine Schneise aus? Und welche Auswirkung hat sie auf den Wald? Diese und weitere Fragen klären wir im folgenden Text.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Waldschneisen entstehen von alleine oder durch Menschenhand.
  • Schneisen sind manchmal gefährlich für Auto- sowie Radfahrer.
  • Tiere und Pflanzen werden auf einer Waldschneise geschützt, aber auch vertrieben.

Was eine Waldschneise ausmacht

Wenn man mit dem Auto durch eine Waldschneise fährt oder das Fahrrad nutzt, ist klar: Hier weht der Wind vor allem von der Seite stark. Deshalb fühlen sich viele Fahrer nur bei gutem Wetter in der Nähe von Schneisen wohl.
Doch die Waldschneise bietet auch Vorteile: Man hat eine gute Sicht und viel Licht. Gerade im Wald trägt die Schneise dazu bei, dass Tiere und Pflanzen sicherer in Bodennähe leben. Manche Waldschneise wurden übrigens künstlich angelegt, andere von Menschen erschaffen.
Die Schneise im Wald dient als Schutz für Tiere sowie für Pflanzen, die hier gut leben können. Manche Schneiden entstehen auch rein zufällig. In dem Fall freuen sich Wanderer sowie Spaziergänger über eine nette Abwechslung mitten im Wald.

So entstehen die Waldschneisen auf natürliche Weise

Oft sorgen starke Winde oder ein Sturm für fallende Bäume. Dadurch entsteht die Schneise zufällig. Meistens passiert das dort, wo der Wind besonders viel Angriffsfläche findet. Am Waldrand zum Beispiel oder auf einem Hügel.
Handelt es sich um eine solche Sturmschneise, verläuft sie meistens gerade. Von außen betrachtet sieht sie wie eine kleine Gasse aus. Entdecken Förster oder Waldarbeiter diese Gasse, schicken sie alsbald ein Team aus Mitarbeitern los. Sie räumen lose Äste, Baumstämme und andere Dinge weg. Die Bäume werden nicht extra gerodet, sondern alles bleibt so wie es ist.

Sturmschaden im Wald, Foto: halfpoint / depositphotos.com

Sturmholz macht Platz für neue Bäume

Das sogenannte Sturmholz wird deshalb weggeräumt, weil sich hier sonst der Borkenkäfer einnistet. Dieser Schädling befällt Bäume und schadet dem gesamten Wald. Werden die Reste allerdings weggeschafft, entsteht ein neuer Lebensraum für Tiere und Pflanzen.
Manchmal wächst die Schneise nicht von alleine wieder zu. Dann werden Bäume gezielt angepflanzt. Handelt es sich um neue Baumarten, ist das umso spannender.

So werden die Waldschneisen angelegt

Wenn neue Stromleitungen oder Straßen gebaut werden müssen, rodet man einen Teil des Waldes. In dem Fall entsteht die Waldschneise nicht auf natürliche Weise, sondern durch den Menschen. Manchmal werden dort auch Seilbahnen installiert oder ein neuer Waldweg bahnt sich seinen Weg in den Wald hinein.
Der Förster und seine Helfer achten darauf, dass die Bäume schonend gefällt werden. Schließlich will man den Tieren und Pflanzen ihr Zuhause nicht wegnehmen. Außerdem dürfen die neuen Schneiden nicht durch Gebiete verlaufen, die besonders geschützt sind. Das gilt für Naturschutzgebiete und Biotope. Zu hoch ist das Risiko, dass man empfindliche Bewohner vertreiben könnte.
Wenn eine neue Waldschneise entstehen soll, muss das genau geplant werden. Unter anderem geht es darum, dass die Natur geschont wird. Haben zum Beispiel Anwohner oder Naturschützer einen Einwand, wird das gemeinsam diskutiert. Manchmal wird die Schneise dann an einer anderen Stelle gezogen.

Künstliche Waldschneisen nicht immer beliebt

Nicht jeder freut sich über die neu entstandene Waldschneise. Oftmals verändert sich die Landschaft so, dass Besucher und Anwohner sich dadurch gestört fühlen. Zudem leidet der Boden und Bäume müssen wohl oder übel gefällt werden. Kleintiere mögen es nicht, wenn man ihnen von heute auf morgen die Grundlage zum Leben nimmt. Deshalb überlegen sich Experten sehr genau, an welcher Stelle eine neue Schneise entstehen soll.
Manche Waldschneisen bestehen, weil immer wieder der gleiche Weg für Fahrzeuge benutzt werden. Da man diese für die Forstarbeit braucht, kann man dagegen nicht viel unternehmen. Übrigens gibt es die Waldschneise nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen anderen Wäldern auf der Erde.

Die Waldschneise gegen Brände

Die Waldschneise kann einen Brand im Wald stoppen. Genau an dieser Stelle findet das Feuer keine neue Nahrung. Das führt dazu, dass das Feuer sich viel langsamer ausbreitet. Helfer können dann schnell etwas gegen den Brand unternehmen. Mit etwas Glück geht das Feuer sogar von alleine aus.

Waldschneise zur Brandbekämpfung, Foto: toa55 / depositphotos.com

Waldschneise – gut oder schlecht für Bewohner des Waldes?

Die Schneise nimmt manchen Tieren den Lebensraum weg. Dafür schafft sie Chancen für neue Tierarten und Pflanzenarten, die sich hier niederlassen. Damit die Schneisen nicht zu große Schäden im Wald anrichten, werden nur wenige neue geschlagen. Stattdessen setzt man auf die Erhaltung der alten Schneisen.
Gefährlich kann eine Schneise für Tiere werden, wenn sich hier zu Beispiel Strommasten befinden. Ein Vogel oder andere Lebewesen können sich darin verfangen. Das gilt auch für Schneisen, die regelmäßig von Autos befahren werden. Kleine Tiere werden schnell übersehen und kommen unter die Fahrzeuge. Außerdem mögen die meisten Tiere und Pflanzen es nicht, wenn sie gestört werden. Wanderer und Fahrer verursachen Geräusche und manchmal sogar Schmutz. Das bekommt den Bewohnern des Waldes nicht.

Fazit: Waldschneisen wird es immer geben

Weil die Waldschneisen sowohl auf natürlichem Wege als auch durch Menschen entstehen, wird es sie wohl immer geben. Sie haben Vorteile und Nachteile. Solange die Schneisen Tieren und Pflanzen nicht auf Dauer schaden, ist nichts einzuwenden.

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